Mein Vortrag vor Studierenden der Neurobiologie der Universität Bielefeld

Meine Fotomappe mit den Therapiebildern wurde unter den Zuhörern herumgereicht, während ich von der Rehabilitation in der Schweiz berichtete. Victor und ich waren ein gut eingespieltes Team. Die ersten anderthalb Stunden waren im Nu vorbei. Während der Zigarettenpause fragte ein Student, wie oft wir schon aufgetreten wären. „Das erste Mal“, sagte ich. Er war sichtlich verblüfft. Die Veranstaltung ging weiter und nun stellte ich die verschiedenen Therapieformen und ihre Wirkung vor. Die wachen Blicke der aufmerksamen Studenten feuerten mich an. Später zeigte mir Victor Fotos, die er von meinen Zuschauern und mir gemacht hatte. Ich war so vertieft, dass ich das Knipsen damals nicht merkte. Wieder eine Pause und dann die letzte Stunde. Ich redete so viel, dass die Dias erst zum Schluss gezeigt wurden. Vier Stunden hatte ich gesprochen, am Ende fast frei. Das Sprechen war flüssig geworden, und ich beantwortete die Fragen der Studenten spontan. Sie stellten Fragen über meine epileptischen Anfälle und wie ich mich gefühlt habe, als ich sprachlos war. Ich konnte damals nicht ausdrücken, dass ich eine Leere im Kopf empfand. Dann wurde Victor befragt. Ich war inzwischen sehr müde, doch glücklich. Ich spürte, dass der Vortrag gut angekommen war.“

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